Der Fall Agnes Imhoff

Anfänglich ging es um die Forderung des Londoner/Antwerpener Tuchhändlers Richard Charman (eingedeutscht Reichhardt Hermann) gegen den Kölner Tuchhändler Andreas Imhoff (Andreas im Hove) - ein klassischer Streit unter Kaufleuten also, in dem jeder der beiden vom jeweils anderen behauptete, geprellt worden zu sein.

Andreas Imhoff hatte diesem gegenüber ein sehr umfangreiches Tuchgeschäft mit seinen Immobilien besichert, war jedoch mit der Lieferung anscheinend nicht zufrieden und wollte deshalb nicht zahlen. Charman hingegen war darüber nicht eben erfreut und reagierte, indem er die Sicherheiten, zwei Häuser in Köln, einzuklagen gedachte. Nichts Außergewöhnliches, bis zu dem Tag, an dem Andreas Imhoff plötzlich unter ungeklärten Umständen verstarb.

Richard Charman richtete seine Forderungen natürlich nun gegen Agnes Imhoff, die die Immobilien ihres Mannes übertragen bekommen hatten, die sich aber auf die Position zurückzog, dass sie als Frau nicht haftbar zu machen sei. So stand mit einem Mal nicht mehr der eigentliche Fall, sondern eine grundsätzliche Frage des damals geltendem römischen Rechts im Fokus der Aufmerksamkeit: Kann man eine Ehefrau für die Schulden ihres Mannes haftbar machen, obwohl ihre Unterschrift auf Geschäftspapieren überhaupt keine Gültigkeit hat?

Diese unscheinbare Frage hatte eine solche Tragweite, dass - wie zahlreiche Urkunden, die im Kölner Stadtarchiv bis zu dessen tragischen Einsturz verwahrt wurden, zeigen - plötzlich selbst höchste Stellen ein ungeheuer starkes Interesse am Prozessausgang hatten. Dem gegenüber stand mit Agnes Imhoff jedoch eine Frau, die sich mit allen zulässigen Mitteln versuchte, Ihr Recht zu erstreiten und das über
Jahrzehnte.

Wer sich tatsächlich in die Arbeit der Gerichte einmischte und ob Agnes Imhoff sich gegen die politischen Einflussnahmen am Ende durchsetzen konnte, lesen Sie in "Die Vierte Zeugin".

War Hahnemann ein Alchemist?

Diese Frage erhitzt noch heute die Gemüter. Das Geheimnisvolle, das den Begriff der Alchemie umweht, bietet viel Raum für Spekulationen. Den einen dient das als Grund, in der Homöopathie eine Projektionsfläche esoterischen Gedankenguts oder gar Teufelswerk zu erkennen, den anderen dient es zur Mystifizierung dieser Therapie. Die daraus entstehenden Debatten sind Teil des ewigen Streits zwischen Schulmedizin und Homöopathie, der bereits in der Zeit begann, in der dieser Roman spielt.

Hahnemann und Hufeland, die beiden Protagonisten dieser Geschichte, waren hochgebildete, kluge Mediziner, die das Ziel einte, Licht in eine dunkle Zeit zu bringen, die noch zwischen Aberglauben und wissenschaftlicher Empirie schwankte. Ihr späterer Bruch offenbart das Dilemma, in dem Medizin und Homöopathie bis heute stecken: Auf der einen Seite steht der Widerstand seitens der Wissenschaft, die Homöopathie als wirkungsvolle Methode anzuerkennen, und auf der anderen Seite das Verlangen der klassisch arbeitenden Homöopathen, in ihr die einzig wahre Möglichkeit zu sehen, Kranke schnell, sanft und dauerhaft zu behandeln. Homöopathie und Schulmedizin scheinen unvereinbar, die Ansätze konträr.

Hahnemann selbst heizte die Diskussionen stets mit offener und rücksichtsloser Kritik seiner ärztlichen Kollegen und deren Methoden an. Die Mitglieder des Leipziger Vereins Homöopathischer Ärzte, die auch andere medizinische Therapien verwendeten, beschimpfte er als »Zwitterwesen« und »Halbhomöopathen, die im allopathischen Sumpfe kriechen«. Und als Hufeland 1826 den Versuch machte, die Homöopathie in einem öffentlichen Aufruf als eine von vielen Medizinrichtungen bei der skeptischen Ärzteschaft zu etablieren, da nannte Hahnemann es ein wertloses Schriftstück, »das man tüchtig geißeln müsse«, und warf seinem langjährigen Unterstützer vor, er würde ein ungeheures Komplott gegen ihn anführen.

Es war also ein denkbar schlechter Start für diese Heilmethode, doch Hahnemanns Anspruch auf Alleinstellung, sein Bemühen, seine Lehre nicht durch eigenmächtige Erweiterungen seitens der Kollegen verwässern zu lassen, hatte seinen Grund: den katastrophalen Stand der Medizin im ausgehenden 18. Jahrhundert.Bereits während des Studiums musste er erkennen, dass die nach außen getragene fachliche Eignung approbierter Ärzte, die sich zu jener Zeit mit allergrößtem Nachdruck über die Laienmedizin erhoben, oft bereits an ihrer Ausbildung scheiterte. Damals wurde an den Universitäten zur Erlangung der ärztlichen Kunst vorwiegend das humanistische Denken durch Lesen antiker philosophischer Texte geschult. (...)

 

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Das Leben der Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen (1098 – 1179) war eine der bedeutendsten Frauen des deutschen Mittelalters. Eine Frau mit starkem Wesen und charismatischer Ausstrahlung, die die Menschen mit flammenden Einsatz für ein christliches Leben in ihren Bann zog und sich dabei nicht scheute, selbst Päpste, Kirchenfürsten, ja selbst den gefürchteten Kaiser Friedrich Barbarossa in die Schranken zu weisen.

Was ist es, das die Menschen bis in die heutige Zeit fasziniert? Was beeindruckt uns an dieser Frau, die gleichzeitig als Heilige und Heilkundige verehrt wird?
Bereits als 3-jährige empfängt Hildegard Visionen und empfindet die Botschaften des Göttlichen mit einem natürlichen Selbstverständnis. Sie erschrickt zutiefst, als sie später erkennt, dass es anderen nicht so ergeht.

Mit acht Jahren wird sie als das zehnte Kind einer Adelsfamilie aus dem Geschlecht Bermersheim an Jutta von Sponheim zur frommen Erziehung und Ausbildung gegeben und bezieht mit ihr sechs Jahre später die neu errichtete Frauenklause am Benediktinerkloster Disibodenberg. Das Empfangen von Visionen wahrt sie als Geheimnis, bedeckt all die wundervollen Bilder und Botschaften mit Schweigen – bis zu der Zeit, in der Gott es offenbaren will. (...)

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Weiterführende Links:
Radio Vatikan
Abtei St. Hildegard