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Die Buchpremiere

Heike Koschyk 25. Januar 2012

Am Silvesterabend habe ich mir geschworen, mich nicht mehr in meiner Arbeit zu verzetteln. Der regelmäßige Leser dieses Blogs kennt diverse Aufzählungen meiner Aufgaben und es kamen stetig neue hinzu.
In diesem Jahr allerdings soll das alles anders werden, so habe ich mit Blick auf den bunten Silvesterhimmel geschworen. Ich lerne, „Nein“ zu sagen, auszumisten und vor allem die Dinge zu tun, die auf meiner Liste ganz oben stehen. Zum Beispiel endlich über die Buchpremiere von “Die Alchemie der Nacht” berichten, die bereits im Oktober stattfand:

Die Veranstaltung sollte genau auf das Buch zugeschnitten sein und wo kann man einen Medizinkrimi zwischen Aberglaube und Wissenschaft besser inszenieren, als in den Gewölben des historischen Eiskellers Hamburg? Tage vorher schleppten wir Tische und Stühle über zwei Treppen in die Tiefe, dekorierten Kerzen, Spinnweben, Efeu und rote Samtvorhänge, stellten einen Totenkopf auf das Lesungspult. Die Musiker übten alte Studentenlieder ein, Zigeunerweisen oder einen Choral. Das bestellte Buffet trug den Namen „alchemistisch“ und sollte den Beweis antreten, dass man auch mit ungewöhnlich gewürztem Essen verzaubern kann. Ich feilte mit Sprechtrainerin Annalena Schmidt an meinem Ausdruck und kaufte ein nachtblaues Kleid, über dessen Aussehen via Facebook und Twitter abgestimmt wurde.

Und dann war es soweit …


Eine Lesung vor hundertzwanzig Gästen inklusive Live-Übertragung via LovelyBooks? Man kann sich vorstellen, dass ich nervös war. Wie nervös, das sah man gleich zu Beginn, als ich die Zuhörer mit ausgeschaltetem Mikrofon begrüßte und es dann, als es endlich Ton hatte, sogleich wieder vom Ständer fallen ließ. Aber je länger ich las und aus dem 18. Jahrhundert erzählte, desto stärker übertrug sich die positive Stimmung der Gäste. Die Vergangenheit wurde plötzlich greifbar! Musik und Text ließen Bilder entstehen, im Saal herrschte aufmerksame Stille. Schließlich stellte Karla Paul die Fragen der LovelyBooks-Leser und sie zu beantworten, hat einen unglaublichen Spaß gemacht!

 

Hatte ich doch tatsächlich kurz vor der Premierenlesung gesagt, das mache ich bestimmt nie wieder? Ich korrigiere mich. Die nächste Buchpremiere kommt bestimmt. Dazu allerdings muss das nächste Buch geschrieben sein. Ein weiterer wichtiger Punkt auf meiner Liste …

Mehr Bilder des Abends gibt es auf meiner Facebook-Seite.

 

Das Video zur Buchpremiere:

Meine Buchmesse-Highlights 2011

Heike Koschyk 16. Oktober 2011

Die Buchmesse ist immer ein ganz besonderer Jahres-Höhepunkt. Was kann es schöneres geben, als durch die Gänge zu gehen, sich an den unzähligen Büchern zu berauschen und sich mit Autorenkollegen und anderen Buchliebhabern zu treffen? Drei Tage lang war ich in Frankfurt und ich habe jeden einzelnen genossen.

 

Mittwoch, 12. Oktober

Gemeinsam mit meinem Autorenkollegen Alf Leue besuchte ich das Flamingoprojekt von Literatwo. Ich bewundere es sehr, mit welchem Herzblut sich Binea & Mr. Rail der Literatur in all ihren Facetten widmen. Daumen hoch!

 

Donnerstag, 13. Oktober

Eines der vielen besonderen Momente dieses Tages war das Wiedersehen mit Miriam Semrau (@krimimimi33), mit der ich nicht nur die Leidenschaft für gute Bücher teile, sondern auch die für Sushi. Und zu meiner Freude hat das Sushiko am Schweizer Platz eine selten gute Auswahl japanischer Köstlichkeiten!

 

Freitag, 14. Oktober

Dieser Tag stand ganz im Zeichen des Autorenkreises Quo Vadis. Mit den beiden Sprecherinnen Marion Henneberg und Susanne Wahl war ich in meiner Funktion als Marketingleiterin unterwegs. Das Jahr 2012 bringt viele neue Kooperationen, Events und Neuigkeiten, von der ich auf der Homepage des Autorenkreises nach und nach berichten werde. Ganz besonders schön war das Autoren- und Lesertreffen auf dem Stand des Gmeiner-Verlages!

 

Ja, und da gab es noch etwas, das sich auf der Buchmesse konkretisierte und mich mit ungebremster Spannung und freudiger Erwartung ins nächste Jahr blicken lässt. Aber davon zu berichten ist es noch nicht an der Zeit …

Ruhe vor dem Sturm

Heike Koschyk 5. Oktober 2011

Für einen Schriftsteller gibt es nichts Aufregenderes, als die Veröffentlichung eines Werkes. Mir geht es nicht anders.

Über Monate habe ich den Plot entwickelt, Fäden geknüpft und mich einem Schreibrausch hingegeben, der mich auslaugte, antrieb, beflügelte. Ich war in Unibibliotheken und auf Friedhöfen, habe mich in die Tiefen der alchemistischen Literatur begeben, die Behandlung Wahnsinniger studiert und Erstaunliches über die Medizin im 18. Jahrhundert gelernt. Wie veredelt man Marzipan? Und was trieb Hahnemann zur Homöopathie?

 

Nun ist es fertig, liegt in der Druckerei, bereit zur Reise in den Buchhandel. Ich halte inne. Ruhe vor dem Sturm oder Sturm vor der Ruhe?

Werden die Leser meinen Roman annehmen, die Figuren, deren Hoffnung, Liebe, Leid? Werden sie das Buch verschlingen, das Kopfkino sehen, das ich Ihnen anbiete?

Ich wünsche es mir. Euch allen viel Spaß beim Lesen!

 

 

Nachtrag am 16. Oktober: Die Belegexemplare sind angekommen! Ein schönes Gefühl …

Die Entstehung eines Buchtrailers

Heike Koschyk 23. August 2011

Ich muss zugeben: Ich bin stolz. Ja, stolz auf eines meiner Werke und, nein, es ist kein Buch. Ich bin stolz auf den neuen Buchtrailer zu “Die Alchemie der Nacht” und ich hoffe, ich darf das so offen sagen, denn im Allgemeinen bin ich eher ein bescheidener Mensch.
„Der Trailer ist die Visitenkarte des Buches“, heißt es inzwischen; in der Verlagsbranche wie auch im Netz. Und noch bevor ich das Buch beendet hatte, wusste ich, dass es einen Trailer verdient. Eine Kleinigkeit, dachte ich und freute mich auf die Produktion.
Es gab Tage, da hätte ich das Konzept am liebsten in der Luft zerrissen, wie die Seiten eines schlechten Romans. Statt dessen habe ich Szenen in meinen Computer getippt und wieder gelöscht. Storyboards entworfen und wieder verworfen. Wie presst man ein ganzes Buch in eineinhalb Minuten?

Um den Zuschauer und hoffentlich künftigen Leser emotional zu berühren, braucht man gute Musik. Es gibt etliche gute Plattformen, die einem gemafreie Sounds anbieten. Die meisten Werke klingen nach Heimorgel und es dauert Tage, um die echten Perlen herauszufischen. Hat man endlich das passende Stück gefunden, werden die Bilder ergänzt, zumeist von einer der großen Online-Bildagenturen, die auch Videos anbieten. Der Rest wird gescannt oder selbst gedreht und es entsteht eine kunterbunte Collage, die langsam Form annimmt.
Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man süchtig wird. Tag und Nacht vor dem Computer sitzt, Sequenzen im professionellen Schnittprogramm zusammenstellt, Szenen schneidet und Tonspuren harmonisiert. Wer hätte gedacht, dass sich das teure Fechtgeräusch auch ganz leicht mit der Aufnahme wetzender Messer nachstellen lässt! Und passen die vor Jahren gespeicherten Geräusche einer laufenden, schwer atmenden Frau nicht genau in die Stelle, wo die Kamera in wilder Fahrt durch den Wald zoomt?
Mit einmal ging alles wie von selbst. Dank der freundlichen Vermittlung meines Autorenkollegen Alf Leue bekam ich den Kontakt zum Schauspieler und Moderatoren Martin L. Schäfer, der eine ganz wundervolle Stimme hat und dem Trailer den letzten Schliff gab.
Nun ist er fertig und ich freue mich, ihn Euch vorzustellen. Ich wünsche Euch ganz viel Spaß beim Ansehen ☺

Über die Recherche vor Ort. Ein Geständnis …

Heike Koschyk 15. Juni 2011

Ich muss Euch ein Geständnis machen: Wenn ich einen historischen Roman schreibe, besuche ich den Ort erst, nachdem das Manuskript bereits fertig ist.
„Das geht ja gar nicht“, höre ich einige von Euch rufen. „Wie will man denn sonst die dortige Stimmung, die Gebäude und Schauplätze beschreiben?“
Ja, aber genau das ist es doch! Ich schreibe Geschichten aus dem 12. oder aus dem 18. Jahrhundert. Und ich habe Angst, enttäuscht zu werden, um meine Fantasie betrogen, wenn ich inmitten einer Stadt stehe, in der Leuchtreklamen blinken und mit gläsernen Fassaden um die Aufmerksamkeit des Besuchers buhlen. Was nützt mir ein verfallener Rest Stadtmauer zwischen H&M, einem türkischen Schnellimbiss und der chemischen Reinigung?

Als ich über Jena schrieb, der Stadt, in der „Die Alchemie der Nacht“ spielt, hatte ich einen Stapel alter Reisebeschreibungen aus dem 18. Jahrhundert auf dem Schreibtisch. Daneben Briefe damaliger Studenten, die Eindrücke ihrer Stadt nach Hause schickten, das umfangreiche Werk eines Botanikers, der die umgebende Flora und Fauna mit größter Bildhaftigkeit schilderte, einen farbigen Stadtplan aus dem Jahr 1758.
Meine Fantasie schlug Purzelbäume. Ich hatte alles vor meinem inneren Auge: Das Straßenpflaster, die Fassaden der Häuser, den Anatomieturm, die wildherbe Landschaft des Rauhtals. Was würde davon übrig bleiben, wenn ich mich im Jena der heutigen Zeit wiederfand?

Als ich die Stadt vergangene Woche besuchte, wusste ich: Es war genau die richtige Entscheidung, dies erst jetzt zu tun!

Wo früher enge Gassen der Altstadt lagen, waren ganze Straßenzüge verschwunden und hatten einem glänzenden Turmbau Platz gemacht, davor ein riesiger Parkplatz.

Kopfsteinpflaster wurde zu Asphalt, der Anatomieturm ein Stumpf, mit Graffiti besprüht; das ehemalige Universitätsgebäude verbaut. Auf dem Weg zur Saalbrücke passierte ich Waxstudio und Tatooshop. Meine Heldin lief plötzlich die Gassen entlang, mit einem Coffee to go-Becher in der Hand, an Nordseefisch vorbei zu ihrer Wohnung ;-)

Nein, mein Jena habe ich nicht wiedergefunden. Dafür eine moderne Studentenstadt mit zeitgemäßem Charme. Der neu gestaltete Marktplatz ist wirklich sehenswert. Und welcher Student darf schon in einem Schloss lernen, in dem sogar Goethe residierte?

Schließlich gab es am Ende ein paar Ecken, für die sich die Reise dann doch gelohnt hat: Das große Haus mit Kiesplatz, in dem einst Hufeland gewohnt hatte. Der alte Friedhof, über den er in meinem Roman gerannt war, um seinen Freund vor dem Tod zu retten, die alte Kirche mit den Efeuranken. Auf dem Weg durch die umliegenden Wälder bis hin zum Fuchsturm, vor dem sich früher Studenten duellierten, staunte ich über die Schönheit der Landschaft, die bereits in jenen alten Briefen beschrieben worden war, die während des Schreibens auf meinem Tisch lagen.

Endlich spürte ich ihn: den Hauch der Geschichte.

Zurück in Hamburg. Vor mir liegen die Seitenumbrüche der Druckfahne, eine letzte Chance zur Korrektur. Aber alles ist gut so, wie es ist. Und ich würde es jederzeit wieder so machen.

Ein Koschyk bei Aldi: Lust oder Frust?

Heike Koschyk 8. Januar 2011

Nun, eigentlich befinde ich mich in einer erweiterten Phase der Schreibklausur. Aber eine Meldung hat mich zwischen aktuell drängendem Manuskript und anstehender Plotentwicklung zum Gemeinschaftsroman doch dazu bewogen, meine Enthaltsamkeit zu verlassen: Heike Koschyk gab es in der Woche vom 20. Dezember auch bei Aldi.
Meine Freude darüber hält sich in Grenzen. Natürlich war ich positiv überrascht, als mein – vor rund zehn Jahren erschienener – Krimi „Der Duft der Aphrodite“ noch einen Verlag fand, den mein Agent als „seriösen Wiederverwerter“ ankündigte. Die Edition Nova sei beständig auf der Suche nach guten Romanstoffen, die sich in einer Stückzahl von 10.000 + verkaufen ließen. Aber dass mein alter Krimi einmal zwischen Konsalik und Stephan Frey zu einem Preis von € 1,99 bei Aldi landet, das hätte ich mir nie träumen lassen.
Nicht, dass ich mich dort niemals blicken ließe. Ich liebe die wunderbar zarten Hähnchenfilets oder den unverschämt guten Krabbensalat. Aber eines meiner abgelegten Werke, verramscht zwischen Badetüchern und digitalen Bilderrahmen?
Ich bin gespannt, was Ihr dazu sagt. Ein Koschyk bei Aldi: Lust oder Frust?

Schreibklausur

Heike Koschyk 8. Dezember 2010

Manchmal lasse ich mich gerne ablenken. Heute zum Beispiel. Da sitze ich zwischen Buchtürmen mit klangvollen Titeln, wie „Logenbrüder, Alchemisten und Studenten“ oder „Medizin der Goethezeit“ und statt die gewonnenen Erkenntnisse in meinen neuen historischen Krimi einzubauen, schau ich rasch in die Twitter-Timeline, lasse mich von interessanten Artikeln treiben und stelle fest, dass ich meinen Blog ein wenig verwaisen lasse.
Aber: Ich bin in Schreibklausur!
Nach den Vorbereitungen für „Bonsoir Histoire“, der Frankfurter Buchmesse, den Vorarbeiten an einem Gemeinschaftsroman, dessen Mitherausgeberin ich bin (ja, Ihr habt richtig gelesen, aber dazu ein anderes Mal mehr), nach der Historica in Karlsruhe, diversen Autorenportraits auf der Facebookseite des Autorenkreises Quo Vadis und diverser anderer spannender Projekte, läuft meinem Manuskript die Zeit davon.
Ich igele mich also wieder ein, lasse mich auf den Text ein, verfolge wunderbare Handlungsstränge und schwelge in einer Zeit, in der man mit Hilfe von Elektrisierapparaten versuchte, Tote zu erwecken und Organe für mechanische Geräte hielt.
Sollte ich also vor dem Fest nicht wieder auftauchen, wünsche ich Euch heute schon: FROHE WEIHNACHTEN!

Das Schreiben, die Musik und der Wein

Heike Koschyk 30. Oktober 2010

Ich habe eine sehr emotionale Berg- und Talfahrt hinter mir. Beruflicher Natur. Sie hatte einige Tage angehalten und einen unglaublichen Kreativitätsschub entfacht. Einmal, weil die Situation am Ende viel Positives gebracht hat und zum anderen, weil man als Schriftsteller ja gerne jede Emotion nutzt, um sie gleich zu Papier zu bringen.
Im geschilderten Fall mündete dieses in einer Manuskriptszene, die ich lange vor mir her geschoben habe. An die ich mich nicht herantraute, weil sie zu wichtig war. Und weil die dazu gehörigen Emotionen irgendwo vergraben lagen.
Enttäuschung, Zorn, Freude, Stolz, Liebe … All das sind Dinge, die man nur dann plastisch beschreiben kann, wenn man sie zu empfinden bereit ist. Nur so kann man den Leser packen, ihn in eben jene Emotionen versetzen, ihn mitfühlen lassen.
Manchmal muss man sich dafür vergangene Gefühle ins Gedächtnis rufen, denen man sich nur ungern nähert. Mir gelingt das am besten abends. Mit einem Glas guten Wein (den ich ansonsten nur am Wochenende trinke) und passender Musik.
Bei der besagten Szene musste ich nichts hervorholen, wohl aber verstärken, bevor es vor lauter Harmonie wieder in den Abgrund des Vergessens sank.
Ein guter Syrah und „Allein allein“ von Polarkreis 18 haben die Szene perfektioniert.
Da soll mal jemand sagen, das Schreiben sei nur Arbeit …

Zurück von der Buchmesse

Heike Koschyk 12. Oktober 2010

Wer noch nie auf einer Buchmesse gewesen ist, der sollte wissen, dass man am Ende des Tages Blessuren mit sich trägt, als hätte man eine Bergwanderung hinter sich gebracht. Endlose Märsche zwischen den Hallen, über den Platz, treppauf, treppab. Vom blauen Sofa ins Lesezelt, zum Restaurant Aubergine oder ins Café Literatur, dann in die Hallen 3 oder 4, zu den Interviews der ZEIT und der FAZ, durch die vielen Stände der Aussteller, die einem zahlreiche Buchneuheiten präsentieren. Muskelkater und Blasen sind vorprogrammiert, selbst bei flachen Schuhen (die ich allerdings nur ersatzweise in einer Werbetüte spazieren getragen habe …) Aber diese Blessuren sind nebensächlich, verblassen neben dem Gewonnenen. Denn diese Tage sind wunderbar und äußerst wertvoll!

Es ist nicht nur das direkte Eintauchen in den Literaturbetrieb, der einen die Trends des Buchmarktes erfahren und über kuriose Randerscheinungen staunen lässt, es ist vor allem der Kontakt mit Verlagen und KollegInnen, LeserInnen und BloggerInnen, der diese Tage zu einem besonderen Erlebnis macht.
Meine Highlights waren neben dem Wiedersehen von Programmchef Reinhard Rohn vom Aufbau Verlag und meinem Agenten Dirk R. Meynecke die Gespräche mit den AutorenkollegInnen. Darunter Lena Falkenhagen, Katrin Burseg, Petra Schier (@petralit), Titus Müller, Carsten Tergast, Richard K. Breuer (@dschun) und Peter Prange, der sich als sehr sympathisch und unkompliziert erwies.
Mit Miriam Semrau (@krimimimi33 – nicht nur klug, sondern auch witzig und nett) habe ich feststellen müssen, dass sich seit dem vergangenen Jahr viel getan hat im Bereich des Social Media. Waren 2009 um die 25 Twitterer beim freitäglichen Twittagessen gemeldet, trugen sich in diesem Jahr über 70 ein, so dass das Treffen kurzerhand bei sonnigem Wetter nach draußen verlegt wurde.
Besonders gefreut habe ich mich, Bianca Raum (@Binea_BlogLB) und Arndt Stroscher (@Mr. Rail_BlogLB) persönlich kennenzulernen. Ebenso Gesine von Prittwitz (@pundp – ehemalige Studienkollegin von Peter Prange, die Welt ist ja bekanntlich klein) und Wiebke Ladwig (@sinnundverstand), deren Krönung zur Mrs. BookFair ich leider nur noch via Twitter verfolgen konnte, da ich mich bereits auf dem Weg von der Messe befand.
Unverkennbar auch der Antiquar Philipp Weinbrenner (@DonBrandy), dessen Avatar mich anfangs ein wenig fürchten ließ, der sich im Real Life aber als äußerst menschenfreundlich zeigte und wohl auch wegen dieser spannenden Mischung zum Mr. BookFair gekrönt wurde.

Manch eine Begegnung hätte ich mir noch gewünscht. Dazu gehören:
Sebastian Fitzek, dessen Auftritt auf dem blauen Sofa ich leider um wenige Minuten verpasst habe.
Meine Namensvetterin Heike Huslage-Koch vom @Lesekreis, die während des Twittagessens am Zeit-Stand lauschte.
Holger Ehling, der standhaft beteuerte, er habe sich gar nicht vor mir und Carsten Tergast verstecken wollen …
Ricarda Ohligschläger (@herzgedanke), die zur Buchmesse kam, als ich schon wieder auf der Heimreise war, unser Treffen findet daher im November in Hamburg statt.
Gerne hätte ich auch Petra van Cronenburg (@buchfieber) kennengelernt, die sich nur ungern von ihrer Arbeit trennen wollte. Aber vielleicht können wir die Grande Dame der Literaturblogs überzeugen, im nächsten Jahr nach Frankfurt zu kommen? Nach der Messe ist ja bekanntlich vor der Messe ;-)

Ja, diese Buchmesse war spannend, auch im Hinblick auf ein neues Projekt, das ich ab 2011 mitbetreuen werde, wenn das Manuskript zu meinem nächsten historischen Krimi abgegeben ist. Soviel sei verraten: Es wird ebenfalls im Aufbau Verlag erscheinen. Mehr dazu demnächst auf dieser Seite …

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Bin ich von gestern?

Heike Koschyk 3. September 2010

Als ich auf dem Weg von Italien bei der Familie meines Mannes pausierte, beseelt von einer äußerst interessanten Buchbegegnung in einem italienischem Antiquariat, wurde mir wieder einmal bewusst, wie flüchtig vergangene Werte und Geschichten manchmal sind.
An jenem Wochenende fand im Dorf einer der größten Märkte Bayerns statt und neben Kittelschürzen und Bürsten, Bier und gerösteten Mandeln, gab es auch einen etwas abseits gelegenen Stand mit alten Büchern.
Während ich mich in Kochbücher und Naturbeschreibungen aus vergangenen Jahrhunderten vertiefte, näherte sich ein Paar und zeigte ein auffallendes Interesse an den ausliegenden Gebetbüchern.
„Wie viel mag man für so ein Buch wohl bekommen?“, fragte der Mann den Verkäufer und erzählte von einem ererbten Gebetbuch aus dem 18. Jahrhundert, das einst seiner Urgroßmutter gehörte.
Der Verkäufer sagte, es käme auf den Zustand des Buches an und schätze es auf höchstens 100 Euro.
Der Mann verzog den Mund. „Na, dann ist es ja nicht viel wert.“
Nicht viel wert? Für eine Frau vor über 200 Jahren lagen in diesen Seiten Kummer, Freude, Trauer, eine ganze Lebensgeschichte. Kann man den Wert eines Buches, eines Familienerbstückes, nur in Euro bemessen?
Es geht noch schlimmer. Als ich acht Jahre alt war, verstarb mein Großonkel. Zu Lebzeiten aktiver Freimaurer, besaß er eine große Bibliothek. Einen ganzen Raum gefüllt mit Büchern, die man heute vorschnell als esoterisch bezeichnen würde. Er war kaum unter der Erde, da bestellte der Sohn einen Container, in den er alle Bücher hineinwarf und zur Müllhalde fahren ließ, um die Wohnung so schnell als möglich zu räumen. Es waren hunderte Bücher. Sorgsam ausgewählt. Gelesen, verinnerlicht und nun weggeworfen. Eine ganze Lebensphilosophie …
Im letzten Jahr fand ich ein Buch auf dem Altpapiercontainer, offenbar das einer soeben verstorbenen Frau. Ein Buch aus den Zeiten des Krieges, mit Widmung. Ich habe es mitgenommen und auch ein wenig darin gelesen. Ich mag alte Bücher, die Sprache, die mehr über eine Mentalität einer ganzen Generation verrät, als jedes Geschichtsbuch. Ich mag den Geruch alter Bücher, habe Ehrfurcht, wenn ich in ihnen blättere. Ja, auch ich werde mir bald ein eBook zulegen, denn es wird mir die Recherche auf Stichpunkt erleichtern. Nein, ich bin nicht von gestern. Aber ich respektiere und achte Vergangenes.


Auf dem besagten Markt habe ich übrigens zwei Bücher aus dem frühen 18. Jahrhundert erstanden. Eines davon ist aus der Klosterbibliothek eines inzwischen aufgelösten Klosters. Für mich ein Schatz!

@Ramona: Um noch einmal auf Deine Frage zurückzukommen, ob ich in Italien auch Recherchen betrieben hätte? Ja, aber eher zufällig. Vor Jahren hatte mich ein ganz bestimmtes Gebäude interessiert, über das ich schon immer einen historischen Roman schreiben wollte. In dem wundervollen Antiquariat in Riva, das Bücher bis ins tiefe Mittelalter besitzt, fand ich zwei Reisebeschreibungen aus dem 19. Jahrhundert mit ausführlicher Erwähnung eben dieses Gebäudes und der gesamten Umgebung. Also: Das nächste Romanprojekt steht :-)

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